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Kursverlauf und Inhaltsverzeichnis  -  Treffen 4 mit den Kapiteln 6 + 7  -  Überblick über Kapitel 6 +7

 

 

[01 Zu Kap. ...] = Mit Beamer zeigen | [Æ ¢] = Schwarzbild zeigen

Æ HINWEIS: Auf der Daten-CD – sie liegt dem Handbuch zum Bibelkurs „Kein Buch mit sieben Siegeln!“ bei – befinden sich sämtliche Überblicke über die jeweiligen Kapitel in doc- und pdf-Format und daran anschließend sämtliches im jeweiligen Kurstreffen verwendete Anschauungsmaterial.

Das Anschauungsmaterial für die Überblicke ist nach Vorkommen im Text eines Überblicks geordnet: [Æ 01 Zu Kap. 6.1b Bild „Sphinx und Pyramiden von Gizeh“] bedeutet, dass an dieser Stelle des Überblicks ein Bild, eine Abbildung oder eine Karte aufzurufen ist.

[Æ ¢] bedeutet „Schwarzbild aufrufen“, weil für den oder die folgenden Abschnitt/e kein Anschauungsmaterial vorgesehen ist. Beim nächsten Hinweis [Æ 02 Zu Kap. ...] ist wieder Anschauungsmaterial zu zeigen, und beim nächsten Hinweis dieser Art [Æ ¢] ein Schwarzbild.

Das Anschauungsmaterial eines Treffens lädt man am besten von der Daten-CD auf seinen Laptop; die Bilderserie – Bilder, Karten, Abbildungen und Schwarzbilder – ruft man beim Vortragen des Überblicks z. B. mit den Pfeiltasten Þ oder Ü auf.

 

Gekürzt von Monika Schmidt (Osterode):

 

Überblick über Kap. 6: Der besondere Charakter der schrift­lichen Überlieferungen von den Vätern (1Mose 12–50)

 

6.1 Die Vätererzählungen sind von Gottes Walten her gedeutete Geschichtsberichte   

 

Das Anschauungsmaterial für diesen Überblick rufen Sie durch Anklicken der blau kolorierten Klammern [Æ 01 Zu Kap. 6.1b Bild...] auf: Die Kursteilnehmer/innen werden die Bilder, Abbildungen und Karten so lange betrachten, bis neues Anschauungsmaterial oder ein Schwarzbild gezeigt wird.

 

a) Urgeschichte und Väterzeit

 

1Mose 1–11 erzählt uns die Urgeschichte. Wir hören von der Schöpfung und der Erschaffung des Menschen, vom Sündenfall, von Noah und der Sintflut sowie vom Turmbau zu Babel. Dies alles sind gleichnishafte Geschichten. Sie wollen uns beispielhaft klarmachen, was für das Verhältnis von Menschheit und Gott typisch ist, so lange Menschen auf Erden leben.

 

b) Väterzeit und Geschichte Israels

 

In 1Mose 12–50 begegnen wir den sogenannten Vätergeschichten, in de­nen uns von den Anfängen des Volkes Israel bis zu seinem Anwachsen zur Größe eines Volkes und vom Auszug dieses Volkes aus Ägypten erzählt wird. [Æ 01 Zu Kap.6.1b Bild "Sphinx und Pyramiden von Gizeh"]: Als Josef – wohl im 17. Jh. v. Chr. – nach Ägypten kam und wenig später seine Sippe nachholte, da waren die Pyramiden von Gizeh mit Sphinx ungefähr schon 800 Jahre alt. – Die Be­ge­benheiten um Abraham, Isaak, Jakob und Josef (etwa von 1800 bis 1700 v. Chr.) wurden jahrhundertelang mündlich und teil­weise auch schriftlich weitergegeben.

 

[Æ 02 Zu Kap. 6.1b Abb. „Gottesbrille“]: Welt und Leben werden aus der Perspektive Gottes anders betrachtet als ohne Glauben an Gott. Etwa um 1000 v. Chr. wurden Erzählsammlungen wie die „jahwistische“ aufgeschrie­ben und Gottes Weg mit Abraham/Israel nachgezeichnet. Spätere Herausgeber der alttestament­lichen Bücher konnten bei der Endfassung des Alten Testaments im 6. Jh. v. Chr. im babylonischen Exil Israels Geschichte mit Hilfe des bereits vorliegenden Quellenmaterials und ihrer Kenntnisse des weiteren Weges von Gott und seinem Volk darstellen und deuten.

 

c)  Gottes Wirken wird vom Ende eines Geschehens her erkennbar

 

[Æ 03 Zu Kap. 6.1c Karte „Jakobs Weg]: Die Karte zeigt uns den Weg von Jakob auf der Flucht vor seinem Bruder Esau nach Haran – und zurück.

 

[Æ 04 Zu Kap. 6.1c Bild „Jakobsbrunnen bei Sichem“]: Das Bild zeigt den uralten Jakobsbrunnen bei Sichem (in der Nähe von Nablus). Dieser Brunnen spielt auch im Neuen Testament eine Rolle, und zwar in einem Gespräch Jesu mit einer samaritanischen Frau an eben diesem Brunnen (Joh 4,1–42). [Æ ¢]  (ein Schwarzbild zum Anklicken!)

 

Wie schon erwähnt sind die Vätererzählungen von Gottes Walten her gedeutete Geschichtsberichte, in denen das irdisch-menschliche Geschehen von Gottes Willen und Wirken her beschrieben wird. Nur ganz wenige deu­tende Worte werfen Licht z. B. auf Josefs erstaunliches Geschick vom verkauften Sklaven bis hin zur rechten Hand des Pharao. Da sagt Josef zu seinen Brüdern: „Ihr [meine Brüder] gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist [– vorher war es das nicht –], nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk“, das Volk Israel (1Mose 50,20).

 

[Æ 05 Zu Kap. 6.1c Karte  „Josefs Weg nach Ägypten]: Die Karte zeigt Josefs Weg von Kanaan bis nach Ägypten.

 

[Æ 06 Zu Kap. 6.1c Bild „Zisterne in der Sinaiwüste“]: Das Bild zeigt eine Zisterne in der Sinaiwüste. Eine ähnliche Zisterne bei Dotan in Kanaan spielt in der Josefsgeschichte eine Rolle. Josefs Brüder nutzten sie als Ver­ließ für Josef.

 

[Æ 07 Zu Kap. 6.1c Bild „Rekonstruiertes antikes Haus von vornehmem Ägypter“]: Dieses rekonstruierte Haus eines vornehmen Ägypters mag uns an das Haus des Potifar denken lassen, der ein hoher Beamter des Pharaos war. In seinem Haus diente Josef als Sklave. [Æ ¢]

 

 

6.2 Israels frühe Geschichte liegt historisch betrachtet im Dunkeln

 

Historisch betrachtet ist der Anfang des Volkes Israel nicht so geradlinig ver­laufen, wie es die Vätergeschichten erscheinen lassen. [Æ 08 Zu Kap. 6.1c Abb. „Einer für alle“]: Immer wieder werden z. B. Geschichten von Einzelpersonen erzählt, die bei genauerer Betrachtung Begebenheiten aus dem Leben ganzer Stämme oder Völker widerspiegeln. Einzelne Gestalten repräsentieren ihren Stamm oder ihr Volk. Abraham ist der Stammvater des Volkes der Ismaeliter, also der Araber und der Stammvater des Volkes Israel. Das Brüderpaar Jakob und Esau verkörpert die gespannte Beziehung von zwei Völkern, dem Volk Israel und dem Volk der Edomiter. [Æ ¢]

 

 

6.3 Bei den Vätergeschichten kommt es auf die Aussage an

 

Wenn die Betrachtung biblischer Geschichten auf das historisch Nachprüfbare eingeengt wird, kommt man nicht weit, weil die biblischen Geschichten von Gottes Walten her gedeutete Geschichten sind. Darum hat für uns folgende Fragestellung Priorität: Was will Gott uns Menschen der Gegenwart durch diese von Vielen erzählten, teilweise aufgeschriebenen, gesammelten, gedeuteten und schließlich in der Endfassung Bibel schriftlich überlieferten Geschichten wie auch durch die in ihnen beschriebenen Glaubenserfahrungen zu verstehen geben?

 

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Überblick über Kapitel 7:  Zum Segen für die Welt bestimmt: Das Volk Israel (1Mose 12,1–7)

 

[Æ 09 Vor Kap. 7.1 Karte  „Abrahams Weg von Ur bis Haran]: Die Karte stellt Abrahams Weg von Ur bis Haran dar.

 

[Æ 10 Vor Kap. 7.1 Karte  „Abrahams Weg von Haran bis Kanaan“]: Die Karte stellt Abrahams Weg von Haran bis Kanaan dar.

 

7.1–2 Gottes Bund mit Abraham: Gabe und Aufgabe

     

[Æ 11 Zu Kap. 7.1 Abb. „Bund]: Wir lesen in 1Mose 12,1–7, wie Gott Abraham in seine Gemeinschaft beruft. Gott der Allmächtige verbindet sich mit einem Menschen. Gott übernimmt Bundesverpflichtungen, indem er Abraham reichen Segen verspricht. Doch auch der Mensch übernimmt Bundesverpflichtungen: Abraham antwortet auf Gottes Berufung mit gehorsamem Vertrauen, lässt sich auf diesen für ihn unbekannten Gott ein und zieht gehorsam aus seiner Heimat fort. Gott stellt Abraham reichen Segen in Aussicht und erwartet, dass Abraham seinen Segen weitergibt: „Ich will dich segnen ... und du sollst ein Segen sein“ (1Mose 12,2). Gabe und Aufgabe: Als Gesegnete Gottes sind auch wir motiviert, andere Menschen an unserem Segen teilhaben zu lassen.

 

[Æ 12 Zu Kap. 7.1 Abb. „Gott handelt durch Menschen an Menschen]: Mit Gottes Erwählung des Menschen Abraham beginnt also die Geschichte des Volkes Israel, das allen Völkern zum Segen werden soll. Gott handelt mit Menschen, wenn er mit Menschen reden, sie segnen, retten und ihnen helfen will. [Æ ¢]

 

 

7.3 Warum erwählte Gott gerade Abraham?

 

Warum erwählte Gott gerade Abraham? Diese Frage ist nicht beantwortbar. Von vielen herausragenden Persönlichkeiten in der Bibel wissen wir, dass sie alle Schuld auf sich geladen haben: Abraham, Jakob, Mose, König David oder auch der Apostel Paulus. Menschliche Vollkommenheit scheint nicht Gottes Maßstab für die Erwählung dieser Menschen gewesen zu sein. Wir können der Bibel aber entnehmen, dass alle eben Genannten spirituelles Wahrnehmungsvermögen, eine „Antenne für Gott“ ha­ben und damit für Gottes Wort und Wirken offen sind. 

 

 

7.4 Der vorbildliche Glaube Abrahams

 

[Æ 13 Zu Kap. 7.4 Bild „Altar von Arad“]: Abraham pflegte seine Gemeinschaft mit Gott durch die Errichtung von Altären, an denen er opferte und zu Gott betete. Das Bild zeigt den Brandopferaltar des Jahwe-Tempels vom Tell Arad in der Negev-Wüste aus der Mitte des 10. Jhs. v. Chr. [Æ ¢]

 

Abrahams Glaube ist vom Hören auf Gott, sowie dem daraus folgenden Gehorsam geprägt. Das wird bereits deutlich, als Gott ihm gebietet, aus seiner Heimat fortzuziehen; er gehorcht. Ebenso vertraut Abraham Gottes Verheißung, mit seiner Frau Sara noch einen Sohn zu bekommen, obwohl beide schon hoch betagt sind. Abrahams Vertrauen und sein Glaube werden besonders in der Versuchungsgeschichte von 1Mose 22 (s. V. 1) auf die Probe gestellt. Nachdem Sara und Abraham ihr Sohn Isaak geboren wurde, an dem die von Gott gegebene Verheißung unzähliger Nachkommenschaft hängt, gebietet Gott nun Abraham, diesen „Sohn der Verheißung“ zu opfern! Auch diese Prüfung besteht Abraham gehorsam. Er ist bereit, im gläubigen Vertrauen wider den Augenschein Gottes Anweisung auszuführen, seinen Sohn zu opfern. Aber Gott pfeift Abraham zurück: Er will keine Menschenopfer! 

 

[Æ 14 Nach Kap. 7.4 Bild „Patriarchenheiligtum in Hebron von außen“]: Über der Höhle von Mach­pela, die Abraham als Erbbegräbnisstätte für seine Frau Sara erwarb und in der später Abraham selber und seine direkten Nachkommen beigesetzt wurden, errichtete König Herodes am Ende des 1. Jhs. v. Chr. ein Heiligtum, das im Laufe der Zeit Ergänzungen, z. B. die Minarette, erfahren hat. Der herodianische Bau ist an den hohen Mauern mit den großen Steinen zu erkennen, die 13 m hoch sind und einst einen rechteckigen Hof von 57 mal 34 m Fläche umgaben.

 

[Æ 15 Nach Kap. 7.4 Bild „Patriarchenheiligtum von innen“]: Wir betrachten das Heiligtum von innen: Der marmorne rot-weiße und schwarz überdachte Bau rechts von der Bildmitte ist ein „Kenotaph“, d. h. ein „leerer Sarg“; die Toten liegen ja in der Höhle von Machpela unterhalb des Heiligtums begraben. 6 Kenotaphe – wir sehen nur einen – sollen an Sara und Abraham, Lea und Jakob sowie Rebekka und Isaak erinnern. Das Patriarchenheiligtum dient heute Juden und Moslems als Synagoge bzw. als Moschee. Beider Völker Stamm­vater ist nach der Bibel ja Abraham, der Vater von Ismael und Isaak. [Æ ¢]

 

 

7.5 Mit Abraham beginnt Gott eine Geschichte des Heils für seine Menschheit

 

Während uns die Urgeschichten noch von einer Menschheit erzählen, die ohne Gott auszukommen meint, beginnt direkt danach mit Abraham als dem Stammvater des Volkes Israel Gottes Heilsgeschichte für alle Völker.

 

[Æ 16 Zu Kap. 7.5 Abb. „Zum Segen für die Welt bestimmt“]: Pfeile zwischen Gott und Abraham: Abraham antwortet auf Got­tes Ruf mit gehorsamem Vertrauen; Pfeil von Abraham zu Israel und von Israel zu Gott: Abraham ist der Stammvater des Volkes Israel, das in der Glaubensgemeinschaft mit Gott leben soll; Pfeile von Israel zu den Völkern und von den Völ­kern zu Gott: Israel ist berufen, den fern von Gott lebenden Völkern seinen Glauben an den einen und wahren Gott zu bezeugen, damit sie des Segens der Gemeinschaft mit Gott teilhaftig werden. [Æ ¢]

 

 Von Abraham setzt sich die Linie fort über Isaak und Jakob mit seinen Frauen. Ihre 12 Söhne gelangen nach Ägypten, wo sie zur Größe eines Vol­kes heranwachsen. Die Verheißung zahlreicher Nachkommenschaft wird also Wirklichkeit. Mit dem Auszug aus Ägypten und der Landnahme Kanaans geht für das Volk der Israeliten auch die Verheißung eines eigenen Landes in Erfüllung. Unter König David schließlich wird Israel eine mächtige Nation. Propheten treten auf den Plan, als Israel seiner Bestimmung, aller Welt zum Segen zu werden, nicht nachkommt, sondern immer wieder von seinem Gott abfällt und das Vertrauen auf  andere Götter oder politisches Kalkül setzt. Israel hört nicht auf ihre Stimme. Da schreitet Gott richtend ein: Israel wird durch die Assyrer und Babylonier zerschlagen. Kündigten die Propheten Israel Gottes Gericht an, weil sie nicht auf Gottes Stimme hören wollten, so verkündigen sie dem gerichteten Volk aber auch einen Neuanfang Gottes mit seinem Volk an, den der Messias – auf lateinisch „Christus“ – heraufführen wird. Sein heilvolles Wirken gilt „allen Völkern“ (1Mose 12,3; Mt 28,19–20).

 

 

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